Ernährungstipps
Erstellen eines Futterplans
Die Futtermenge ist abhängig vom Gewicht, Alter, Bewegung und Gesundheitszustandes Ihres Hundes. Keiner kennt Ihren Hund so gut wie sie selber und man kann sich seinen Futterplan selbst errechnen. Beobachten Sie Ihren Hund. Sollte Ihr Hund moppelig werden müssen Sie die Futteraufteilung runter rechnen, bei Gewichtsabnahme etwas aufrechnen. Beachten Sie bei Ihrem Futterplan auch die zusätzlich zugefütterten Leckerchen und Kauartikel. Genau wie bei der Fütterung mit Trockenfutter dürfen Sie auch bei selbst zusammen gestellten Futterrationen die Liebesgaben nicht in unbegrenzten Mengen zufüttern.
Aus meiner mehrjährigen Erfahrung empfehle ich Ihnen bei gesunden Hunden folgendes:
1.Futteraufteilung und Menge
a) Welpen / Junghunde im Wachstum
Hinweis: Der häufigste Fehler in der Zusammenstellung ist, dass der Energiegehalt der Nahrung nicht fachgemäß zusammengesetzt ist. In meiner Beratung tauchen immer mehr Junghunde, und auch erwachsene Hunde, auf, die weit über den Bedarf hohe Mengen an Fleisch bekommen. Die Folgen sind sehr häufig Leberprobleme, Nierenprobleme, Nierensteine, Hautprobleme und Durchfälle.
Grund dafür ist, das zusammengestellte Rationen mit Gemüse und magerem Fleisch nicht dick machen. Das im Handel vertriebene Fleisch ist meist weitgehendst entfettet. Dies macht sich durch Untergewicht trotz optimaler Futtermengen bemerkbar. Sehr häufig wird jetzt der Fehler begangen, mit den Futterrationen, und somit mit den Fleischmengen, in Bereiche zu gehen, wo es für den Stoffwechsel zur Belastung werden kann. In solchen Fällen ist es auf jeden Fall ratsam, erstmal den Fettanteil in der Futterration anzuheben. Bei Hunden im Wachstum oder auch bei erwachsenen Hunden kann es durchaus sein, dass die Futterration durch einen kleinen Anteil an Stärke ergänzt werden muss, da die zugefügte Energie an Fetten nicht ausreichend ist.
Je größer die Hunderasse, desto langsamer sollte der Welpe wachsen. Das bedeutet ein moderates Mischungsverhältnis von Fleisch und Flocken unter Berücksichtigung der eiweißhaltigen Kauartikel. Sehr häufige Ursache für Knochenentzündungen, schnelles Wachstum, Gelenk- und Knochenprobleme, Nierenprobleme sind nicht angeblich zu hohe Fleischmengen in der Futterration oder Trockenfutter mit angeblich zu hohem Eiweißanteil sondern die zu viel zusätzlich zugefütterten sehr eiweißhaltigen Leckerchen und Kauartikel, die sehr häufig gar keine Beachtung finden und zur Beschäftigung wie Bonbons fast täglich verfüttert werden.
Bei Welpen und Junghunden im Wachstum muss die Futtermenge stets dem Gewicht angepasst werden. Je nach Futterbedarf können die Mengen im ersten Jahr von 2 % - 10 % des Körpergewichtes schwanken. Fangen Sie bei Ihrem Welpen mit 3 % des aktuellen Körpergewichtes an und passen es je nach Bedarf nach oben oder unten an.
Fleisch 65 % - 70 %(bei großen Hunderassen 60 - 65 %), Getreide- und Gemüseflocken zu gleichen Teilen ca. 30 - 35 % (vom Nassgewicht). Bei aktuell optimalem Gewicht und großem Hunger dürfen als Magenfüller auch mehr von den Flocken in der Ration zugefüttert werden.
b) erwachsene Hunde ohne Gewichtsprobleme
Futtermenge 2 - 3 % vom Körpergewicht
Starten Sie mit 2 % vom Körpergewicht. Beobachten Sie Ihren Hund in den nächsten Wochen. Bei Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme müssen Sie die Futtermenge entsprechend anpassen.
Fleisch ca. 60 - 65 %, Getreide und Gemüse zu gleichen Teilen ca. 35 - 40 % (Nassgewicht) Bei optimalem Gewicht und großem Hunger dürfen als Magenfüller auch mehr von den Flocken zugefüttert werden.
c) Übergewichtige Hund (oder welche, die dazu neigen)
Futtermenge 1,5 - 2 % vom Normalgewicht
Starten Sie mit 2 % vom Normalgewicht
Fleisch 50 %, Getreide ca. 20 - 25 % und Gemüse ca. 20 - 25 %
Bei Gewichtsprobleme empfehle ich Ihnen auf jeden Fall erstmal die zusätzlich zugefütteren Leckerchen und Kauartikel in Art und Menge zu überprüfen, bevor Sie das Hauptfutter kürzen. Sehr häufig erledigt sich dann so manches Gewichtsproblem von selber. Grade sehr kleine Hunderassen sind schnell überfüttert und durch die Leckerchen übersättigt und essen ihr Hauptfutter nicht mehr mit Appetit oder verweigern es ganz.
Bei Welpen und Junghunden ist es unerlässlich die Futterrationen auf mehrere Mahlzeiten aufzuteilen. Bei erwachsenen Hunden empfehlen wir die Futterration auf 2 Mahlzeiten aufzuteilen.
Bei Unklarheiten oder Schwierigkeiten die optimale Futtermenge und Futteraufteilung für Ihren Hund herauszufinden stehe ich Ihnen auch mit Rat zur Seite.
Fleisch
Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen sollte das frische Fleisch ca. 1 Woche bei mind. - 17 °C tiefgefrohren werden um evtl. vorhandene Parasiten, Keime und Bakterien abzutöten. Verfüttern Sie nur qualitativ hochwertiges Frischfleisch mit herkunftsgarantie. Roh dürfen Sie z.B. Fleisch vom Rind, Schaf, Ziege, Pferd, Geflügel und Kaninchen verfüttern. Keinesfalls dürfen Sie rohes Schweinefleisch verfüttern. Dieses könnte mit dem Aujetzkischen Erreger infiziert sein, welcher für Hunde und Katzen tödlich ist.
Sowohl Fleisch als auch die anderen Futterkomponenten sollten mindestens Zimmertemperatur haben und nicht direkt aus dem Kühlschrank verfüttert werden, da es ansonsten zu einer Irritation der Magen- und Darmschleimhaut kommen kann. Dies äußert sich u. U. durch Erbrechen und/oder Durchfälle mit evtl. Schleimauflagerungen.
Pansen
Pansen ist der Magen vom Rind und gehört zu den Innerein. Pansen liefert Vitamine, Spurenelemente, einen guten Fettgehalt und Bakterien die den Darm mit für den Hund wichtigen Bakterien "beimpfen".
Fütterungsempfehlung: 1 x wöchentlich
Leber
Leber gehört zu den Innereien und hat einen sehr hohen Vit. A Gehalt und viele Spurenelemente. Rohe Leber kann bei Hunden Durchfälle verursachen. Dem können Sie ggf. entgegenwirken indem Sie die rohe Leber nicht in einer Portion verfüttern, sonder über die Woche verteilen. Die Leber ist ein Entgiftungsorgan wodurch sie entsprechend Schadstoffbelastet sein kann. Leber darf auf keinen Fall öfters als 1 x wöchentlich gefüttert werden, da sonst die Gefahr einer Vit A überdosierung besteht! Deshalb meine Empfehlung da lieber etwas weniger zu füttern.
Herz
Herz sollte ebenfalls nur 1 x wöchentlich gefüttert werden aufgrund des hohen Proteingehaltes
Muskelfleisch
Muskelfleisch ist ebenfalls sehr proteinhaltig und sollte nicht ausschließlich gefüttert werden. Im Fachhandel gibt es fertige Mischungen in denen nicht nur Muskelfleisch enthalten ist, sondern auch Fleisch wie Schlund, Lunge, Pansen. Die Mischungen sind nicht ganz so hochwertig und sollten überwiegend gefüttert werden.
Knochen
Wir empfehlen keine Knochenfütterung - hier lesen sie mehr dazu.
Grundsätzlich trägt jeder Hundebesitzer natürlich selber die Verantwortung für seinen Hund und entscheidet was seinem Hund gut tut. Als Alternative dazu könnte man reinen Knorpel verfüttern, der in der Regel nicht so schnell zum "Knochenkot" führt. Möglich ist auch den Kalziumbedarf Ihres Hundes mit z.B Lunderland Algenkalk zu decken.
Richtiges Auftauen
Tipps zu Botulismus und dem richtigen Auftauen finden Sie in der Rubrik Wissen.
Fisch
Fütterungsempfehlung: 1 x wöchentlich
Fische wie Thunfisch, Makrelen, Dorsch etc. sind gesund, enthalten viel Jod und essentielle Fettsäuren .
Allerdings sind Fische wie Forellen und Lachse Überträger für Rickettsien und können diese auf Menschen oder Hunde übertragen wenn der Fisch roh gegessen. Rickettsien können eine ganze Reihe von Krankheiten sowohl beim Menschen als auch beim Hund verursachen.
Gekocht können Sie diese Fische unbedenklich als gesundes Nahrungsmittel verfüttern. Eine andere sehr gute Alternative sind die Lunderland Goldlachsdosen.
Eier
Je nach Ggröße des Hundes 1 - 2 rohe Eigelb pro Woche. Wem das Verfüttern von rohem Eigelb nicht behagt, der kann es natürlich auch gekocht verfüttern.
Obst und Gemüse
Obst und Gemüse enthält Vitamine, Mineralien, Enzyme und zum Teil auch sekundäre Pflanzenstoffe. Gemüse und Obst sollte abwechslungsreich gefüttert werden; hervorragend eignen sich hier die unterschiedlichen Lunderland Mixflocken und Gemüseflocken. Sie können Ihr Gemüse auch kochen, denn Flocken und gekochtes Gemüse sind für Hunde gut aufzuschlüsseln und gut verdaulich. Alternativ kann man das Gemüse roh füttern und pürieren. Nie sollten Avocados, rohe Bohnen, Auberginen, Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Quitten, Rettich, Holunderbeeren roh gefüttert werden.
Knoblauch kann in kleinen Mengen zugefüttert werden. Für Knoblauch gilt: In kleinen Mengen bekömmlich und gesundheitsfördernd, in großen Mengen ein Gift.
Obst muß ebenfalls püriert werden. Hierbei sollten Sie sehr säurehaltigen Obstsorten wenn überhaupt nur in kleinen Mengen zufüttern, da es durch den hohen Säuregehalt kann es zu Reizungen der Magen- und Darmschleimhaut kommen kann.
Getreide
(Wird z. Zt. überarbeitet)
Öle
Öle enthalten wichtige ungesättigte Fettsäuren, von denen die meisten vom Hundeorganismus nicht selbst hergestellt werden können. Viele Vitamine in der Nahrung sind fettlöslich, d. h. dass Öle ein unerlässlicher Bestandteil der Hundenahrung sind, da erst durch Zugabe von Ölen die Vitamine aus der Nahrung herausgebrochen und verwertet werden können.
Damit Ihr Hund mit den unterschiedlichen Fettsäuren versorgt ist, empfiehlt es sich 3 - 4 verschiedene Öle immer mal im Wechsel zu verwenden. Meine Empfehlung ist die regelmäßige Verwendung von Lachsöl (hoher Gehalt an Omega 3-Fettsäuren und Omega 6-Fettsäuren) im Wechsel mit einem Dorsch-Lebertranöl (hoher Gehalt an Omega 3-Fettsäuren und hoher Anteil an natürlichem Vit D in Kombination mit dem Siky Coat Öl von Pernaturam (kaltgepresste Ölmischung aus Sonnenblumen-, Argan-, sowie Raps-, Hanf- und Leinsamöl).
Öle: Fischöl, Hanföl, Leinsamenöl, Borretchöl, Distelöl, Olivenöl, Maisöl, Sonnenblumenöl, Nachtkerzenöl, Nussöl.
In der Rubrik Wissen gibt es weiterführende Informationen zu Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren.
Kräuter
Kräuter liefern lebenswichtige Enzyme, Chlorophyll, Vitamine, viele sekundäre Pflanzenstoffe und natürliche Antioxidantien für einen gesunden Stoffwechsel. Außerdem wird durch Kräuter die Verdauung gefördert.
Sie können diese Kräuter z. B. Petersielie, Dill etc. frisch kaufen und zerkleinert dem Futter zufügen. Meine Empfehlung ist der 30 Kräutergarten von Pernaturam.
Nahrungsergänzungen
… liefern wertvolle Vitamine, Mineralien, Fette, Spurenelemente. Da in der Regel keine ganzen Tierkörper verfüttert werden, fehlt noch der ein oder andere Nahrungsbaustein. Nicht alle o. g. Nahrungsbestandteile sind immer in ausreichender Menge im Fleisch, Gemüse, Obst oder Getreide enthalten. Frei lebende Tiere fressen gelegentlich Erde, Kot und Wildpflanzen. Da uns Hundebesitzer das Fressen von Kot in der Regel ekelig ist oder wir das Fressen von Gras unterbinden oder der Zugang zu wilden Kräutern uns verwehrt bleibt, müssen wir dies über Nahrungsergänzugen ausgleichen.
Eine große Auswahl finden Sie im Shop.
Ich empfehle, sich Ihren Futterplan genau anzusehen, Ihren Hund gut zu beobachten und die Dosierung Ihrer Nahrungsergänzer über das Jahr, je nach Bedürfnis, flexibel anzupassen.
Futterumstellung
Die Verdauungsmechanismen beim Hund funktionieren etwas anders als bei uns Menschen. Der Körper des Hundes benötigt einige Zeit um sich auf die neuen Futterkomponenten einzustellen. Zwar kann ich aus meiner mehrjährigen Erfahrung sagen, dass viele Hunde eine abrupte Umstellung gut vertragen, aber das müssen Sie letztlich individuell selber für Ihren Hund herausfinden und entscheiden. Haben Sie einen kranken Hund mit z. B. Bauchspeicheldrüseninsuffizienz oder chronischen Magen- und Darmproblemen, ist es auf jeden Fall angeraten, eine schonende Umstellung vorzunehmen, um den schon eh sehr geschundenen Darm nicht noch zusätzlich zu belasten.
Ich werde sehr häufig gefragt, ob auch alte Hunde auf selbst zubereitete Futterrationen umgestellt werden können. Ich sehe das differenziert: meiner Meinung nach sollte man einen alten Hund, der schon 12 Jahre mit seinem Trockenfutter gut klar gekommen ist und derkeine gesundheitlichen Probleme hat, die eine Futterumstellung unumgänglich machen, auch nicht ohne Not umstellen. Der Körper ist so "eingeschossen" auf die Verdauung von Trockenfutter, das eine Umstellung auf z. B. BARF u. U. erhebliche Probleme nach sich ziehen kann.
Wenn man seinem alten Hund etwas Gutes tun will sollte man sich eher die Qualität seines Trockenfutters näher ansehenen und ggf. z. B. Grünlippenmuschel für die alten Gelenke zuzufügen, oder Bierhefe, die viele Spurenelemente enthält und zudem positv auf Fell, Haut und Darm wirkt, oder ein gutes Fischöl z. B. Lachsöl dem Futter zuzufügen etc.
Eine andere Variante wäre, eine hochwertige, gut verdauliche Futterflocke mit einem hochwertigen Dosenfleisch und Nahrungsergänzer zu kombinieren. Wer seinen Hund jedoch trotzdem auf BARF umstellen möchte, sollte dies sehr langsam und schrittweise tun und auf die Zufütterung von Knochen verzichten. Ergänzen Sie statt dessen das Kalzium z. B. durch den Lunderland Algenkalk.
Hier eine Empfehlung der Firma Lunderland zur schonenden Futterumstellung, die ich bei sensiblen Hunden für sinnvoll halte:
Wenn Ihr Tier bisher ausschließlich Fertigfutter erhalten hat und das rohe Fleisch verweigert oder mit Durchfall reagiert, empfehlen wir Ihnen eine langsame und behutsame Umstellung.
Hier ein besonders behutsames Umstellungsbeispiel:
- 1. Woche: 75 % gewohnte Nahrung und 25 % neues Futter mit gekochtem Fleisch
- 2. Woche: 50 % gewohnte Nahrung und 50 % neues Futter mit gekochtem Fleisch
- 3. Woche: 25 % gewohnte Nahrung und 75 % neues Futter mit gekochtem Fleisch
- 4. Woche: 100 % neues Futter mit gekochtem Fleisch
- 5. Woche: neues Futter mit 25 % rohem Fleischanteil
- 6. Woche: neues Futter mit 50 % rohem Fleischanteil
- 7. Woche: neues Futter mit 75 % rohem Fleischanteil
- 8. Woche: neues Futter mit 100 % rohem Fleisch
Selbstverständlich können Sie versuchen, die vorstehenden Intervalle zu verkürzen (z.B. alle 2-3 Tage ein Wechsel statt jede Woche).
Sie können das erwachsene Tier auch ein bis zwei Tage fasten lassen und sehen, ob es jetzt rohes Fleisch nimmt. Beim Hund werden Sie hiermit in fast allen Fällen Erfolg haben. Die Katze ist da schon etwas eigensinniger und verweigert ungewohnte Nahrung teilweise auch bei größtem Hunger. In diesem Fall müssen Sie es mit vorstehendem Umstellungsbeispiel versuchen.
Mit freundlicher Genehmigung der Firma Lunderland
Alle hier veröffentlichten Informationen habe ich nach besten Wissen für Sie zusammengestellt. Eine Haftung für die Inhalte kann ich dennoch nicht übernehmen.
